Ökologie und Klang

Soundscape Ecology

Wie stark der Klang eines Raumes, eines Lebensraumes und Ökosystems mein Sein und Wohlfühlen beeinflusst, wurde mir bei einer tiefgreifenden Resonanzerfahrung im Jahr 2001 im Nationalpark Manú im peruanischen Amazonasgebiet richtig bewusst. Es war laut. Der Raum war durchdrungen von der vibrierenden, pfeifenden und zwitschernden Präsenz der Wildtiere. Ich hätte glücklicher nicht sein können.

 

Seither horche ich den Landschaften und Räumen; ich horche im Innen und im Aussen. Nicht selten stimmt mich ein zunehmendes Verstummen oder eine scheinbar unbewusste Gestaltung von Klanglandschaften in Siedlungsräumen sehr nachdenklich. Ich interessiere mich für die Ökologie von Klanglandschaften. Wie sind die akustischen Beziehungen zwischen lebenden Organismen - menschlichen und anderen - und ihrer Umwelt? Wie sind diese Beziehungen in der Luft, in der Erde und im Wasser? 
Ich freue mich, immer wieder Menschen zu treffen, welche sich Soundscape Ecology, Soundscapes und Vibroscapes widmen. So zum Beispiel am fantastischen Anlass der ETH im Sommer 2022 Sonic Topologies – Festival for Sound Art, Acoustic Ecology & Sonic Architecture.

Für meine Diplomarbeit an der Hochschule Wädenswil (heute ZHAW) kartierte ich Heuschrecken in Wiesen mittels akustischer Bestimmung (viele Heuschreckenarten zirpen artspezifisch). Diese Tätigkeit faszinierte mich; seither biete ich auch Heuschreckenführungen an. 

Das Musikfestival Les Jardins Musicaux organisiert in Kooperation mit dem Regionalen Naturpark Chasseral jährlich eine Konzertreihe namens Bal(l)aden, welche innerhalb des grossen Festivals stattfindet. Das ist jeweils ein Konzert an einem speziellen Ort im Perimeter des Naturparkes Chasseral, welches durch eine thematisch passende Natur- oder Kulturentdeckung ergänzt wird. 2015 konnte ich im Auftrag des Regionalen Naturparkes Chasseral diese Bal(l)aden organisieren. So zum Beispiel eine Erkundung von Heuschrecken-Rhythmen in der Wiese, in Kombination mit einem Konzert des Schweizer Jazz-Schlagzeugers Daniel Humair oder eine «Safari dans le Noir», eine kleine Wanderung im Dunkeln durch die von Bernard Fort orchestrierten und abgespielten Naturklanglandschaften.

Impressionen

von Bal(l)aden des Regionalen Naturparkes Chasseral 

im Rahmen des Musikfestivals Les Jardins Musicaux 
(mehrheitlich aus dem Jahr 2015)